Da bei Genduplikationen speziell solche Gene berücksichtigt werden, die schon bisher stark im Gebrauch gewesen sind, kommt ein Art „Lamarckismus auf Gen-Ebene“ ins Spiel. Wenn nun bei Menschen die Gene des Gehirns besonders gefordert bleiben, dann können wir in Zukunft tatsächlich mit einem Zuwachs an neuronaler Komplexität rechnen. Das Erfolgsrezept der Evolution lautet: Bewährtes aktiv sichern bzw. konservieren und besonders Bewährtes duplizieren und die Duplikate selektiv variieren. Das Leben auf unserer Erde konnte deswegen überleben, weil biologische Systeme den wiederholten schweren Auslöschungsbedrohungen immer wieder ihr dynamisches Entwicklungspotential entgegenstellen konnten. Passend dazu diese Meldung vom Wissenschaftsdienst „Informnauka“ am 30.09.2002: „Veränderungen im menschlichen Erbgut könnten mit Schwankungen des Erdmagnetfeldes zusammenhängen.“ Die Naturwissenschaftler um Victor Oraevskii von der Russischen Akademie der Wissenschaften analysierten Daten über Abweichungen in menschlichen Chromosomen, die während der vergangenen dreißig Jahre in Russland und der früheren Sowjetunion gesammelt worden waren. Bei ihren Untersuchungen wurde zwischen Menschen unterschieden, die in gesunder Umgebung lebten und arbeiteten, und Leuten, die durch ihren Beruf oder ihre Wohngegend Kontakt mit giftigen Substanzen hatten. Erwartungsgemäß fanden die Wissenschaftler bei der letzteren Gruppe mehr spontane Veränderungen im Erbgut. Erstaunlicherweise zeigte sich bei der genaueren Auswertung der Daten ein weiterer Zusammenhang:
Diese so genannten Mutationen der Chromosomen stiegen alle viereinhalb Jahre deutlich an. Da dieser Effekt nun in beiden Gruppen gut nachzuweisen war, vermuteten die Wissenschaftler dahinter eine umfassendere Ursache. Diese Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Erdmagnetfeld für diese Effekte verantwortlich ist. Tatsächlich stieg zu Zeiten, in denen sich das Magnetfeld stark veränderte (was etwa alle viereinhalb Jahre geschieht) auch die Häufigkeit der Mutationen deutlich an.

