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Erkenntnisvorrat!

Dienstag, 09. Februar 2010

Die Ausdeutung unserer Welt erfolgt aus unserem “Erkenntnisvorrat”. In diesem Vorratsraum sind unsere gesamten persönlichen Erfahrungen abgelegt. Werden wir mit einer neuen Situation konfrontiert, verläuft ein Abgleich über die Ähnlichkeitsmuster – bereits Erfahrenes wird mit dem Neuen abgeglichen. Und als eine erweiterte Erfahrung in unserem Vorratsraum abgelegt.

Was aber nun, wenn wir mit Ereignissen, mit Dingen konfroniert werden, die sich nun ganz und gar nicht mit unseren Erfahrungen abgleichen lassen? Wenn wir im Ozean beispielsweise als Fisch geboren wären und nun plötzlich aus unserer Wasserwelt in eine trockene Landwelt – meinetwegen in eine Großstadt – gehoben würden?

Könnte es nicht sein, dass etwas sehr ähnliches gerade mit uns geschieht? Nicht, dass wir uns wieder in eine Wasserwelt zurückbegeben würden – die Erfahrungen haben wir ja bereits abgelegt. Für unsere evolutionäre Erweiterung von den Amphibien zum Menschen sind bekanntlich einige erheblich große Zeiträume vergangen. Dieses ist sicher richtig. Bei unseren vergangenen Evolutionsschritten standen die morphologischen Veränderungen im Vordergrund – was naturgemäß seine Zeit braucht. Als Mensch sind wir – gegenüber all unseren Vorfahren – bereits mit allem ausgestattet, was für einen nächsten Evolutionssprung erforderlich ist. Sämtliche Ressourcen – sei es unsere (noch) inaktive DNS, oder unser neuronales und endokrinologisches Netzwerk – warten auf ihre Aktivierung.

Wie aber könnte eine derartige Aktivierung wohl von uns wahrgenommen werden? Wasser- und Landwelt sind uns bekannt; aber dann? Diese kleine Darstellung sollte Anlass geben, uns mit dem absolut Neuen, dem Unfassbaren vertraut zu machen, uns für dass „Unmögliche“ zu sensibilisieren; zumindest für ein Umschalten unseres Denk- und Wahrnehmungsporgramm „Aufrufen aus unserem alten Erkenntnisvorrat“ in ein „Alles ist möglich, wenn ich es will“.

Wollen wir Recht haben, oder einfach nur glücklich sein?

Montag, 01. Februar 2010

Um die Wahrhaftigkeit – ALLES was IST – zu erfahren, muss das Denken außerordentlich einfach sein. Was einfach ist, ist unendlich subtil, was einfach ist, ist sehr zart – und wenn wir diese Wörter lediglich als ein Mittel benutzen, um zu dieser Zartheit, dieser Einfachheit des Denkens zu gelangen, dann werden wir niemals erfahren, was diese wirklich Wahrhaftigkeit ist. Doch wenn wir die Bedeutung von Wörtern als eine Brücke benutzen, die wir überqueren wollen, dann werden Wörter nicht zu einer Illusion in welcher der Geist sich verliert. Ist es nicht bemerkenswert, dass Ill im englischen Sprachgebrauch Krank bedeutet?

Tatsächlich existiert diese lebendige Wahrhaftigkeit, diese lebendige Realität – nennen wir sie wie wir wollen: Gott oder Wahrheit -, und sie kann nicht durch Suchen gefunden oder erkannt werden. Wo eine Suche im Spiel ist, da müssen Kontrast und Dualität entstehen. Immer wenn unser Geist sucht, muss das unvermeidlich eine Trennung, eine Unterscheidung, einen Kontrast mit sich bringen – was nicht bedeuten soll, dass der Geist zufrieden oder träge sein soll. Tatsächlich existiert eine Art Schwebezustand, der weder Zufriedenheit ist, noch eine unaufhörliche Bemühung, die aus unserer Suche entstanden ist, aus dem Verlangen etwas zu erreichen oder zu leisten. In diesem zarten Schwebezustand ist Einfachheit – jedoch nicht die Einfachheit, nur wenig zu besitzen. Eine derartige Einfachheit ist nur eine grobe Form. Es geht hier um die Einfachheit, die aus der Feinheit des Denkens hervorgeht – in dem weder Suche noch Zufriedenheit ist.