Sofern die transformierenden Einflüsse überhaupt ihr Ziel erreichen sollen, halte ich es für erleichternd, seine Sinne auf Empfang auszurichten – nach dem Motto: „wie soll ich etwas verstehen, wenn ich nicht zuhöre?“.
Heute Vormittag, inmitten der Alltagsroutine, wurde mir plötzlich klar: Wie soll ich in diesem Zustand etwas Außergewöhnliches empfangen, wenn ich nicht zuhöre? Diese Erkenntnis durchzuckte mich, als ich während der Erledigung diverser Arbeiten meine Lieblingsmusik laufen ließ. Irgendwann, als meine Musik zu Ende war, bemerkte ich, dass ich diese Musik nur als Beschallung wahrgenommen habe. Natürlich wusste ich, dass diese spezielle Bachkantate mich immer ganz besonders tief berührt, mir Freude bereitet. Nun war dieses Stück also vorbei, ohne dass ich etwas davon wahrgenommen hatte. Die Erklärung hierfür liegt auf der Hand, ich habe einfach nicht hingehört. Genau in diesem Moment erkannte ich ein sehr grundsätzliches Problem. Unsere Wahrnehmung richtet sich nach unseren inneren Ausrichtungen, ein Mechanismus der in der Psychologie als “selektive Wahrnehmung” bezeichnet wird. An dieser Stelle drängt sich mir irgendwie die Frage auf, wer oder was nimmt denn eigentlich diese Selektion vor? Wenn wir ernsthaft hierüber nachdenken, gelangen wir zu der Erkenntnis, dass es überwiegend unsere Programme sind, die hier ihre Wirkung zeigen.
Hierzu ein Selbstversuch: Stellt euch einfach einmal in die Eingangstür eures Zimmers. Wohin wandert euer Blick als erstes? Wohin auch immer sich euer Blick richten wird, es ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis, welches sich aus all eueren Erfahrungsmustern herausgebildet hat. In derartigen Situationen wären wir quasi unseres “freien Willens” enthoben. Zu diesen Ergebnissen kommen zumindest die Neurologen (Libet et al.). Hier obsiegt das Unbewusste, hier steuern unsere Neuronen unsere Handlungen. Das jedenfalls verstehen die Gehirnforscher unter dem “½ sek. Phänomen”. Ein eigenständiges neuronales Ereignis eilt unserer Handlung mindestens eine ½ Sekunde voraus… weil wir unbewusst sind.
Sofern wir jedoch von unserer Option Gebrauch machen, unseren unbewussten Entscheidungen Einhalt zu gebieten, würden wir unser naturgegebenes Recht auf unseren Freien Willen auch nutzen. Hier würden wir unsere Neuronen beauftragen, unsere von uns selbst bewusst gewollte Handlung auszuführen und nicht etwa ein Programm. Über unseren ausgeprägten Willen sind wir tatsächlich in der Lage, unsere Programme, unsere Muster zu umgehen. Diesen Sachverhalt möchte ich in dieser heutigen Darstellung jedoch nicht weiter vertiefen. Hier soll lediglich darauf hingewiesen werden, dass mögliche Transformationsprozesse, die uns ganz persönlich betreffen, als solche nur wahrgenommen werden können, wenn wir unsere Wahrnehmung entsprechend ausrichten. Sofern wir dieses berücksichtigen, könnten sich einige unerklärliche Symptome, die wir bisher als negativ und störend empfunden haben, durchaus als eine Erscheinungsform unserer Transformation entpuppen. So könnten beispielsweise störende Unruhe und Kopfschmerzen als Symptome unserer eigenen Ignoranz erkannt werden, neue Inspirationen (Eingebungen) zuzulassen. Um das jedoch zu erkennen, bzw. zuzuordnen, sollten wir “in uns hinein hören” – also auf Empfang schalten. Dieses “in uns hinein hören” sollte einer bewusst getroffenen Entscheidung folgen. Ähnlich einem Entschluss, aus einem Sprachgewirr von hunderten Menschen, die gleichzeitig reden, nur eine Stimme herauszuhören. Physiologisch gesehen sind wir hierzu alle in der Lage.
Darüber hinaus möchte ich noch auf eine Besonderheit hinweisen, die unseren Wahrnehmungserfolg erheblich steigern kann. Dieses Erfolgsrezept heißt “Set und Setting”. Set und Setting sind vom Psychologen Timothy Leary im Zusammenhang mit der Einnahme der psychoaktiven Droge LSD geprägte Begriffe. Leary erforschte die Wirkung dieser Substanz auf Menschen, und mit Set und Setting bezeichnet er die mentale Verfassung des Konsumenten (Set) sowie seine Umgebung (Setting). Nach Leary hängt die Wirkung von LSD nicht nur von der Dosis ab, sondern auch von der Stimmung, den Gedanken und der Erwartungshaltung des Konsumenten sowie von dessen Umgebung zum Zeitpunkt der Einnahme und den damit individuell hervorgerufenen und wahrgenommenen Eindrücken. Timothy Leary sah psychedelische Drogen als Mittel zur Neu-Programmierung des Gehirns, d.h. der Aufhebung vorhandener Prägungen und der gleichzeitigen Öffnung für neue Prägungen. Leary betonte den Einfluss von Set (innere Einstellung des Konsumenten zum Zeitpunkt des Rausches), Setting (Umgebung und Umfeld bei der Sitzung) und Dosis auf den Wirkungsverlauf halluzinogener Drogen. Nach Leary kann durch günstiges Set und Setting das Entstehen von Psychosen durch Psychedelika verhindert werden. Dieses war lediglich ein Beispiel; Set und Setting lassen sich genauso gut auf ein Konzert, eine Meditationssitzung usw. als “Droge” anwenden.
Auch wenn ich Gefahr laufe, dass einige Leser dieses Beispiel als „danebengegriffen“ deuten werden, einzig weil hier von LSD berichtet wird, so möchte ich jedoch erinnern, dass Professor Leary in erster Linie ein Psychologe war. Psychologen gehen dem Auftrag nach, welche Strukturen unsere Psyche aufweist. Bekanntermaßen zählt Timothy Leary zu den ganz Großen in seinem Fachbereich. Nicht zuletzt, weil er an der renommierten Harvard University lehrte. Wer sich etwas näher mit dem Thema “Set und Setting” befasst, wird feststellen, dass es sich hierbei um ein außerordentlich mächtiges Instrument handelt. Um es an einem simplem Beispiel festzumachen: wenn wir uns im Konzertsaal ein bekanntes Musikstück anhören, wird es uns intensiver gefallen, als wenn wir dieses Musikstück während der Autofahrt im Feierabendverkehr hören. Im Konzertsaal sind wir vorbereitet – haben die bewusste Entscheidung getroffen, dort hinzugehen (durch Zufall geschieht das eher selten), und freuen uns auf dieses Ereignis. Darum geht es beim “Set und Setting”. Wenden wir dieses Prinzip nun auf unsern speziellen Wahrnehmungsauftrag an, mögliche Transformationsvorgänge in uns wahrzunehmen, dann werden wir hiermit erfolgreicher sein, als ab wir “einfach so dahin leben”. Probiert es doch einfach mal aus.
Nun mögen die Kritiker unter uns der Meinung sein, dass es überhaupt keinen Zusammenhang zwischen kosmischen Feldern und biologischen Systemen gibt. Erst recht keinen Zusammenhang, zwischen kosmischen Feldern und unserer Psyche. Diesen Kritikern sei gesagt, dass es diese Zusammenhänge tatsächlich gibt. Zitierfähige Veröffentlichungen (peer reviewed articles) hierüber liegen in beeindruckender Anzahl vor. Zusammenfassend sollten diese Zeilen zunächst genügen:
Die Zunahme von psychischen Auffälligkeiten steht in einem Zusammenhang mit solaren und terristischen Feldern. Eine große Anzahl von Studien haben signifikante Wirkweisen physikalischer, biologischer und gesundheitlicher Natur aufgezeigt, die mit den Veränderungen der Sonnen- und der Geomagnetischen Aktivität (S-GMA) in Zusammenhang stehen. Abweichungen der Sonnenaktivität, der Geomagnetischen Aktivität und der Ionen/Elektronen Konzentrationen der Ionosphäre, stehen alle durch geophysikalische Vorgänge in höchstem Maße miteinander in Korrelation und sind stark miteinander vernetzt*.
*Neil Cherry et al. 2001, Schumann Resonances, a plausible biophysical mechanism for the human health effects of Solar/Geomagnetic Activity
Wer also ernsthaft gewillt ist, sich dieser fundamentalen Thematik zu stellen, wird sicherlich das bekommen, wonach er wirklich sucht. Denn für alle gilt die selektive Wahrnehmung – und dann wird er das finden, was er finden will.
Ich sehe genau das, was ich sehen will!
Versucht es selber…


