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Persingers Theorien in einem anderen Licht

Montag, 22. Februar 2010

Diese Zeilen erstmal, weil vor kurzem großartig in den Medien zu lesen war, dass Wissenschaftler erstmals die Spiritualität im Gehirn entdeckt zu haben glauben (Zitat: Erstmals haben Wissenschafter Hirnareale identifiziert, die an spirituellen und religiösen Einstellungen und Verhalten beteiligt sind). Michael Persinger hat schon vor Jahren damit experimentiert, und damals schon einige signifikante Ergebnisse publiziert.

In der Naturwissenschaft sind direkte Zusammenhänge (Korrelationen) zwischen unterschiedlichen Aktivitätsmustern der Sonne und dem Klima bzw. Wetter auf der Erde allgemein bekannt. Weitaus geringer jedoch dürfte die Gruppe von Eingeweihten sein, die über gesicherte Zusammenhänge zwischen den Sonnenaktivitäten und dem psychischen Verhalten von Menschen wissen. Den Astro- und Heliobiologen liegen gesicherte Ergebnisse aus Langzeitstudien vor, die eindeutige Zusammenhänge zwischen psychischen- und Virusepidemien und der Sonne ausweisen. Diese Gruppe von Wissenschaftlern weiß auch von dem unterschwelligen Einfluss auf unterschiedliche Bewusstseinslagen der Menschen, welche durch die Sonne hervorgerufen wird. Biophysiker und Neurophysiologen kennen die Wechselwirkungen zwischen elektrischen-, magnetischen- und elektromagnetischen Feldern und dem menschlichen Gehirn, sowie der in diesem Zusammenhang stehenden Psyche bzw. der Bewusstseinslage.

Vergleichen wir die bekannten Daten mit den gegenwärtig gemessenen Feldern, so dürfte eine Verwunderung darüber ausbleiben, dass ein großer Teil unserer gegenwärtig ausgeprägten außergewöhnlichen psychischen Verfassung, durch die Feldeinflüsse der Sonne bzw. der Erde erfolgt. Eine Schlussfolgerung, dass über bestimmte Feldeinflüsse spirituell ausgeprägte Wahrnehmungen erzeugt werden, ist aus naturwissenschaftlicher Sicht durchaus zulässig (Persinger et al).

Es ist bereits nachgewiesen, dass zuviel Melatonin mit Depressionen einhergeht, zuwenig Melatonin jedoch Manien hervorrufen kann. Je mehr Melatonin im Körper produziert wird, desto größer der Wunsch zu schlafen. Gutes Beispiel ist die „Winterdepression“ in unseren Breiten. Schlaflosigkeit kann ein Symptom und ein Vorläufer der Manie sein. Die Zirbeldrüse als Produktionsorgan für Melatonin nimmt kleinste Änderungen im erdmagnetischen Feld wahr und reagiert auf Änderungen in der Intensität des Feldes. Also üben Veränderungen in den geomagnetischen Feldstärken Einfluss auf unsere Gehirnregionen aus (Scheitellappen) und führen zu veränderten Wahrnehmungen. Persinger vermutet nun, dass das menschliche Gehirn durch Feldstärkenänderungen – bzw. elektromagnetisch hervorgerufene Stimuli – getäuscht wird und deshalb „Gotteserfahrungen“ bzw. aussersinnliche Wahrnehmungen hat. Wenn diese Änderungen nun jedoch nicht primär die Erfahrung hervorrufen, sondern vielmehr die Wahrnehmung erst schärfen, um Dinge zu bemerken – oder zu erkennen – die vorher nicht festzustellen waren (Zensor), wie Persingers Kollege Andrew Newberg von der University of Pennsylvania mit seinen Versuchen beweisen möchte. Die Folgerung liegt für Newberg auf der Hand: “Mystische Erfahrung ist biologisch real und naturwissenschaftlich wahrnehmbar.” Durch religiöse Versenkung (oder einfach nur durch Meditation) können wir die Aufnahme von Sinnesreizen so massiv unterbinden, dass der obere Scheitellappen die Grenze von Körper und Selbst nicht mehr findet und wir eine komplette “Raumlosigkeit” erleben – eine Transzendenzerfahrung, die in den verschiedenen Religionen als Nirwana, Tao oder Unio mystica bezeichnet wird. Kann es nicht sein, dass in dieser „Raumlosigkeit“ der Meditierende Zugang zu den von Burkhard Heim postulierten Hyperräumen erhält, und deswegen diese Erfahrungen macht? Transzendenz als Tor zu übergeordneten Dimensionen, Wegweiser durch verschachtelte Realitäten.

SPECT-Aufnahmen vor und während einer Meditation

Als sein Kollege Richard Davidson an der University of Wisconsin in Madison (USA) den Dalai Lama beim Meditieren untersuchte, schlug das EEG im Gamma-Bereich dramatisch aus, auch bei weiteren Mönchen aus Tibet waren die Gamma-Wellen rund 30-mal stärker als bei den Kontrollpersonen. Davidson konnte bei den Mönchen darüber hinaus eine deutlich erhöhte elektrische Aktivität im linken Stirnlappen nachweisen.

Hirnforscher gehen davon aus, dass in jener Hirnregion positive Empfindungen wie Liebe, Freude und Zufriedenheit verarbeitet werden. Zumindest im fortgeschrittenen Stadium scheint Meditieren also starke Glücksgefühle auszulösen und durch das Gefühl ein Tor zu öffnen. Lässt dieses Tor einen Blick zu auf höhere Existenzen unseres Seins? Persinger selbst hält diese Erfahrungen allerdings nur für epileptische Mikro-Anfällen, die durch das Magnetfeld ausgelöst wurden. Religiöse Erlebnisse bezeichnet er als eine selbstinduzierte, kontrollierte Form solcher Anfälle. Er hat zwar recht, was die Wirkung des veränderten Magnetfeldes angeht, jedoch können die Versuche von T. Leary und R. Strassmann uns etwas anderes zeigen.

Einige Publikationen von Michael Persinger, sehr interessante Lektüre:

Persinger, M. A. Transient geophysical bases for ostensible UFO-related phenomena and associated verbal behavior? Perceptual and Motor Skills, 1976, 43, 215-221.
Persinger, M. A. & Lafreniere, G. F. Space-time transients and unusual events. Nelson-Hall: Chicago, 1977.
Persinger, M. A. Earthquake activity and antecedent UFO report numbers. Perceptual and Motor Skills, 1980, 50, 791-797.
Persinger, M. A. Odd luminosities (UFOs) and other Fortean events before earthquakes: the New Madrid test. Pursuit, 1981, 14(2), 69-79. (a)
Persinger, M. A. Geophysical variables and behavior: III. Prediction of UFO reports by geomagnetic and seismic activity. Perceptual and Motor Skills, 1981, 53, 115-122. (b)
Persinger, M. A. Geophysical variables and behavior: IV. UFO reports and Fortean phenomena: temporal correlations in the central U.S.A. Perceptual and Motor Skills, 1981, 54, 299-302. (c)
Persinger, M. A. The tectonic strain theory of luminosities (UFO reports). Pursuit, 1983, 21-35. (a)
Persinger, M. A. Geophysical variables and human behavior: VIII. Specific prediction of UFO reports within the New Madrid states by solar-geomagnetic and seismic measures. Perceptual and Motor Skills, 1983, 56, 243-249. (b)
Persinger, M. A. Predicting contemporary UFO reports in Great Britain from Charles Fort’s data: an application of the tectonic strain theory. Fortean Times, 1983, #41, 58-65. (c)
Persinger, M. A. Geophysical variables and behavior: VII. Prediction of recent European UFO report years by nineteenth century luminosity and solar-seismic measures. Perceptual and Motor Skills, 1983, 56, 91-95. (d)
Persinger, M. A. Geophysical variables and human behavior: XV. Tectonic strain luminosities (UFO reports) as predictable but hidden events within pre-1947 central U.S.A. Perceptual and Motor Skills, 1983, 57, 1227-1234. (e)
Persinger, M. A. Geophysical variables and behavior: IX. Expected clinical consequences of close proximity to UFO-related luminosities. Perceptual and Motor Skills, 1983, 56, 259-265. (f)
Persinger, M. A. Prediction of historical and contemporary luminosity (UFO) reports by seismic variables within western Europe. Experientia, 1984, 40, 676-681. (a)
Persinger, M. A. Geophysical variables and human behavior: XVIII. Expected perceptual characteristics and local distributions of close UFO reports. Perceptual and Motor Skills, 1984, 58, 951-959. (b)
Persinger, M. A. Geophysical variables and behavior: XXI. Geomagnetic variation as possible enhancement stimuli for UFO reports preceding earthtremors. Perceptual and Motor Skills, 1985, 60, 37-38.
Persinger, M. A. Geophysical variables and behavior: XXVI. A response to Rutkowski’s critique of the tectonic strain hypothesis for UFO phenomena. Perceptual and Motor Skills, 1985, 60, 575-582.
Persinger, M. A. Geophysical variables and behavior: L. Indications of a tectonic strain factor in the Rutledge (UFO) observations during 1973 in southeastern Missouri. Perceptual and Motor Skills, 1988, 67, 571-575. (a)
Persinger, M. A. Geophysical variables and behavior: LIII. Epidemiological considerations for incidence of cancer and depression in areas of frequent UFO reports. Perceptual and Motor Skills, 1988, 67, 799-803. (b)
Persinger, M. A. Geophysical variables and behavior: LV. Predicting the details of visitor experiences and the personality of experients: the temporal lobe factor. Perceptual and Motor Skills, 1989, 68, 55-65.
Persinger, M. A. & Cameron, R. A. Are earthquakes at fault in some poltergeist-like episodes? Journal of the American Society for Psychical Research, 1986, 80, 49-73.
Persinger, M. A. & Derr, J. S. Geophysical variables and human behavior: XIX. Strong temporal relationships between inclusive seismic measures and UFO reports within Washington state. Perceptual and Motor Skills, 1984, 59, 551-556.
Persinger, M. A. & Derr, J. S. Geophysical variables and behavior: XXIII. Relations between UFO reports within the Uinta basin and local seismicity. Perceptual and Motor Skills, 1985, 60, 143-152. (a)
Persinger, M. A. & Derr, J. S. Geophysical variables and behavior: XXXII. Evaluations of UFO reports in an area of infrequent seismicity: the Carman, Manitoba episode. Perceptual and Motor Skills, 1985, 61, 807-813. (b)
Persinger, M. A. & Derr, J. S. Geophysical variables and behavior: temporal coupling of UFO reports and seismic energy release within the Rio Grande Rift system: discriminative validity of the tectonic strain theory. Perceptual and Motor Skills, 1990.
Persinger, M. A. Geophysical variables and behavior: LXXIV. Man made fluid injections into the crust and reports of luminous phenomena (UFO reports)–is the strain field an aseismically propagating hydrological pulse? Perceptual and Motor Skills, 1993, 77, 1059-1065.
Persinger, M. A. & Makarec, K. Temporal lobe signs and correlative behaviours displayed by normal populations. Journal of General Psychology, 1987, 114, 179-195.
Persinger, Michael A., Ph.D. “Near-Death Experiences: Determining the Neuroanatomical Pathways by Experiential Patterns and Simulation In Experimental Settings”, Appeared in: Healing: Beyond Suffering and death. Publications MNH, 1993
Richards, P.M., Persinger, M.A. & Koren, Stanley, “Experimental Stimulation by Burst-Firing Weak Magnetic Fields over the Right Temporal Lobe May Facilitate Apprehension in Women.” Perceptual and Motor Skill, 1992, 75, 667-670