- Wissenschaftliche Methode -
Was steckt hinter Praxis und Leitlinie dessen, was man als ‚Wissenschaftliche Methode’ bezeichnet? Für meine wissenschaftlichen Kollegen stelle ich die ‚lange Version’ vor, und im Anschluss eine etwas kürzere Zusammenfassung für all jene, die keine praktische Verwendung dafür haben, diese Fachsprache zu verstehen.
Lange Version:
Die wissenschaftliche Methode kann als die folgende Sequenz von einzelnen Schritten zusammenfassen:
Die Identifizierung eines Kenntnisproblems => genaue Formulierung oder Neuformulierung des Problems => Untersuchung des Hintergrundwissens auf der Suche nach Punkten, die bei der Problemlösung hilfreich sein können => Auswahl oder Erfindung einer provisorischen und viel versprechenden Hypothese => konzeptionelle Kontrolle der Hypothese, was meint: Überprüfung der Hypothese, ob sie mit der Masse des existierenden Wissens über die Materie kompatibel ist => Schlussfolgerung einiger überprüfbarer Auswirkungen der Hypothese => Entwurf einer empirischen (beobachtbaren oder experimentellen) Überprüfung der Hypothese oder einer Auswirkung davon => tatsächliche empirische Überprüfung der Hypothese, einschließlich einer Suche nach sowohl günstigen und ungünstigen Beweisen (Beispiele und Gegenbeispiele) => kritische Untersuchung und statistische Verarbeitung der Daten ( zum Beispiel, Berechnung von durchschnittlichen Abweichungen und die Aussortierung von Randdaten) => Bewertung der Hypothese anhand ihrer Kompatibilität sowohl mit dem Hintergrundwissen und den neuen empirischen Erkenntnissen => wenn die Überprüfungsergebnisse nicht beweiskräftig sind, dann Entwurf und Durchführung von erneuten Testreihen, möglicherweise unter Verwendung von speziellen Methoden =>wenn die Hypothese annehmbar ist, Überprüfung, ob ihre Akzeptanz eine Veränderung (Bereicherung oder Korrektur) des Hintergrundwissens erfordert => Identifikation und Bewältigung neuer Probleme, die sich aus der bestätigten Hypothese ergeben haben => und die Wiederholung der Überprüfung und eine erneute Untersuchung seiner möglichen Auswirkungen auf das bereits existierende Wissen.
Kurze Version:
Die wissenschaftliche Methode setzt sich aus mathematischen und experimentellen Techniken zusammen, die bei den Naturwissenschaften angewandt werden. Viele empirische Wissenschaften, insbesondere die Sozialwissenschaften verwenden mathematische Werkzeuge, die sie der Wahrscheinlichkeitstheorie und der Statistik entlehnt haben, zusammen mit solchen Nebenerscheinungen wie der Entscheidungstheorie, Spieltheorie, Nützlichkeitstheorie und der Ablauf- und Planungsforschung. Wissenschaftliche Philosophen haben die allgemeinen methodischen Probleme, wie z.B. die Erklärung der Eigenschaft von Wissenschaft und die Begründung der Induktion angesprochen. Siehe auch unter Mill’sche Methoden.
Fortsetzung folgt…

