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Grenzenlose Wahrheit

Dienstag, 12. Januar 2010

Der tatsächliche Grund meiner Öffentlichkeitsarbeit

Meiner Überzeugung nach ist die Wahrheit ein unwegsames Land und es existieren keine Wege zu ihr – keine Religionen, und keine Wissenschaften. Die Wahrheit ist grenzenlos, sie kann nicht konditioniert werden, sie kann nicht auf vorgegebenen Wegen erreicht werden, und daher auch nicht organisiert werden. Deshalb sollten keine Organisationen gegründet werden, welche die Menschen auf einen bestimmten Pfad führen oder gar nötigen. Sobald ihr das wahrhaftig verstanden habt, werdet ihr auch erkennen, dass es vollkommen unmöglich ist, einen Glauben zu organisieren. Der Glaube ist eine absolut individuelle Angelegenheit und man kann und darf ihn nicht in Organisationen pressen. Wenn man es trotzdem tut, wird er zu etwas Totem, Starrem – er wird zu Gier, zu einer Sekte, einer Religion, die anderen aufgezwungen wird.

„Die Wahrheit wird in Formen gepresst und so zu einem Konsumgut für die Schwachen, die nur eine momentane Unzufriedenheit spüren.“ Schreibt Krishnamurti in seinem Buch „Leben und Lehre“. Wir können die Wahrheit nicht für uns passend machen, sondern wir müssen uns ernsthaft bemühen, zu ihr aufzusteigen, zu ihr zu werden. Wir können den Berggipfel nicht ins Tal holen. Wenn wir den Gipfel erreichen wollen, müssen wir das Tal durchqueren und die steilen Hänge hinaufklettern, ohne sich vor den gefährlichen Schluchten zu fürchten. Wir müssen zur Wahrheit hinaufsteigen, sie kann nicht zu uns gebracht oder organisiert werden. Organsiationen, die die Wahrheit anpreisen,werden so zu einer Krücke, die uns schwächt, und werden letztlich zu einem Gefängnis.

Solche Organisationen verkrüppeln das Individuum, hindern es daran zu wachsen und seine Einzigartigkeit zu leben, die ja darin liegt, dass es ganz allein diese absolute, uneingeschränkte Wahrheit entdeckt. Es geht mir ausschließlich darum, die Menschen auf ihre wahrhaftige Göttlichkeit hinzuweisen. Das allerdings setzt voraus, dass sie ihre selbst erschaffene, künstliche Begrenztheit erkennen.

Zen-garten

„Menschen ohne Kreativität schaffen tote Institutionen.“
Krishnamurti

„Die größte Schwierigkeit im Leben besteht darin, absolut einfach zu sein.“
Krishnamurti

„Ein echtes Verstehen des Selbst ist nur innerhalb von Beziehung möglich – indem man sich selbst in Beziehung zu Menschen, Ideen und Dingen, zu Bäumen, der Erde, der äußeren und inneren Welt beobachtet. Beziehungen sind der Spiegel, in dem sich das Selbst offenbart, und ohne Selbsterkenntnis gibt es keine Grundlage für richtiges Denken und Handeln.“
(Krishnamurti, Leben und Lehre, 1988, S. 147 2. Abschnitt)

„Wenn kein Gedanke existiert und damit keine Bewegung in der Zeit stattfindet, dann sind das Äußere und das Innere nicht vonenander getrennt. Wenn in uns keine Gedanken sind, gibt es kein Werden. Werden kreiert Dualität, und das ist die Ursache aller Konflikte, Verfall und Zeit. Zeit ist das Hindernis der Begrenzung.“
(Morpheus – Gedanken des Autors)

„Als Newton diese platonische Vorstellung von ewigen Gesetzen mit der atomistischen Vorstellung von ewigen Materieteilchen kombinierte, schuf er einen kosmischen Dualismus, auf dem die mechanistische Wissenschaft bis heute basiert: eine ewige Menge von Materie und Energie, die von ewigen Gesetzen reguliert wird, welche ihrerseits nichtmateriell und nichtenergetisch sind. Die meisten Wissenschaftler halten es noch immer für selbstverständlich, dass die Natur von unveränderlichen Gesetzen regiert wird. Die Vorstellung, dass sich jedes Experiment überall wiederholen lassen muß, ist eine Konsequenz dieser Denkweise.“
(Rupert Sheldrake / Mathew Fox, Die Erde ist ein Feld – Der Dialog zwischen Wissenschaft und Spiritualität, O. W. Barth Verlag, 1996, S. 167 ff)

„Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass wir Geschöpfe sind, die irgendeine übernatürliche Bedeutung haben, die aber bis jetzt noch nicht genau bezeichnet ist. Wir können nicht mehr tun, als daran zu denken, dass wir alle vielleicht Teil irgendeines großartigen Planes sind. Jeder von uns darf zumindest die Überzeugung haben, dass er eine Rolle in irgendeinem gewaltigen unvorstellbaren, übernatürlichen Drama spielt. Wir sollten alles daran setzen, um unsere Rolle nach bestem Können zu verwirklichen.“
(Prof. Sir John C. Eccles und Hans Zeier, Gehirn und Geist – Biologische Erkenntnisse über Vorgeschichte, Wesen und Zukunft des Menschen, 1980, S. 194, letzter Abschnitt)