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Suchen und Finden – Teil 2

Dienstag, 19. Januar 2010

Ein paar Gedanken von Morpheus

Ihr solltet herausfinden, was Wahrheit ist, denn das ist es, worauf es ankommt, nicht ob ihr arm oder reich, ob ihr glücklich oder verheiratet seid, denn all diese Dinge gehen zu Ende…und dann kommt der Tod. So muss man, ohne irgendeine Form des Glaubens, die Energie, das Selbstvertrauen, die Initiative aufbringen, für sich selbst herauszufinden, was Wahrheit ist, was Gott ist, wer Ihr wirklich seid. Der Glaube wird euren Geist nicht befreien, Glaube führt irre, er bindet, er verdunkelt. Der Geist kann nur durch Selbstvertrauen frei sein. Es ist eine der Aufgaben der Erziehung, Individuen heranzubilden, die nicht durch irgendeine Form des Glaubens an irgendein Muster der Moral oder Respektabilität gebunden sind. Es ist das „Ich“, das versucht, moralisch und respektabel zu werden. Das wahrhaft religiöse Individuum entdeckt selbst, erfährt unmittelbar, was Gott ist, was Wahrheit ist. Diese direkte Erfahrung kann niemals durch irgendeine Glaubenform, durch irgendein Ritual oder das Nachfolgen oder die Anbetung eines anderen erreicht werden. Der wahrhaft religiöse Geist ist frei von allen Gurus. Du als einzelner, wenn du heranwächst und dein Leben lebst, kannst die Wahrheit von Augenblick zu Augenblick entdecken, und dadurch bist du fähig, wirklich frei zu sein.

Die meisten Menschen denken, der erste Schritt auf dem Wege zur Religion sei, von den materiellen Dingen der Welt frei zu sein. So ist es jedoch nicht. Das ist eines der leichteren Dinge, die man tun kann. Der erste Schritt ist, frei zu sein, um produktiv und unabhängig zu denken! Nicht an irgendeinen Glauben gebunden zu sein oder den Umständen von der Umgebung unterdrückt zu sein, so dass du ein ganzheitlicher Mensch bist, der glücklich, energetisch und selbstvertrauend ist. Nur dann kann der Geist, der frei, vorurteilsfrei und unkonditioniert ist, herausfinden, was Gott oder wer er selber ist. Das ist der eigentliche Zweck, für den jede Bildungseinrichtung da sein sollte. Jedem einzelnen Menschen, der dorthin kommt, zu helfen, frei zu sein, um das Wirkliche zu entdecken. Das bedeutet, keinem System zu folgen, sich an keinen Glauben, kein Ritual zu klammern und kein Guru zu verehren. Die Intelligenz des Individuums kann nicht durch irgendeine Form von Disziplin, Widerstand, Zwang und Druck geweckt werden, sondern nur in Freiheit.

Nur durch die Intelligenz, die aus der Freiheit hervorgegangen ist, kann das Individuum entdecken, was jenseits des Geistes liegt. Diese Unermesslichkeit – das Unbenennbare, das Grenzenlose, das, was nicht mit Worten messbar ist, und in dem die Liebe ist, die nicht aus dem Geist kommt -, sie muss direkt erfahren werden. Der Geist kann sie nicht fassen. Deshalb muss der Geist sehr ruhig sein, erstaunlich still, ohne irgendeinen Anspruch oder Wunsch. Nur dann kann sich das offenbaren, was wir als Gott – als Allschöpfer – oder Wirklichkeit bezeichnen mögen!